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Google hat im Mai 2025 ein weiteres Core-Update veröffentlicht. Viele haben wie gewohnt auf Keywords, Content und EEAT geschaut – doch die wahren Verlierer des Updates saßen ganz woanders. Nämlich dort, wo technische Probleme still vor sich hin köchelten – bis sie plötzlich sichtbar wurden. Und zwar in Form von massiven Rankingverlusten.
Vor allem Websites mit sensiblen Themen – wie Gesundheit, Finanzen oder Recht – wurden abgestraft. Und nicht, weil der Content schlecht war. Sondern, weil die Technik nicht tragfähig war. Google hat damit eine klare Botschaft ausgesendet: „Wenn deine Seite technisch nicht zuverlässig funktioniert, bist du keine verlässliche Quelle.“

Technik ist kein Kellerraum mehr – sie ist Teil deiner Sichtbarkeit
Früher war die Technik das Fundament – still, unsichtbar, im Hintergrund. Heute ist sie mittendrin. Google bewertet Websites längst nicht mehr nur nach Inhalt, sondern auch danach, wie sauber, schnell und stabil sie technisch funktionieren.
Ob deine Seite crawlfähig ist, wie schnell sie lädt, ob sie mobil gut bedienbar ist, strukturierte Daten liefert und bei den Core Web Vitals punktet – all das fließt messbar ins Ranking ein.
Vor allem bei sensiblen Themen wie Geld, Gesundheit oder rechtlicher Beratung. Wer dort sichtbar sein will, muss Vertrauen verdienen – auch technisch. Und Vertrauen gibt es nur, wenn Google problemlos lesen, verstehen und bewerten kann, was du anbietest.
Jede technische Hürde wirkt wie ein Fragezeichen in Googles Qualitätsurteil: Versteht die Seite ihre eigene Struktur? Funktionieren wichtige Elemente wie Formulare? Werden Seiten zuverlässig indexiert? Wenn nicht, hilft auch der beste Text nichts. Dann schrumpft das Vertrauen – und mit ihm deine Sichtbarkeit.
Diese Technikfehler kannst du dir heute nicht mehr leisten
Die häufigsten Probleme? Man begegnet ihnen leider immer noch – oft auf liebevoll gebauten, inhaltlich starken Websites:
- Kein Plan für die Indexierung: Seiten fliegen unkontrolliert in den Index oder fehlen völlig – Google erkennt keine Struktur.
- Slug-Chaos und kaputte Links: URLs ohne Konzept, doppeltes Slash-Chaos, Redirect-Fehler oder nicht gepflegte Linkstrukturen.
- Lahme Ladezeiten durch Pagebuilder-Müll: Themes mit 40 eingebetteten Schriften, fünf Slider-Plugins und Bildern, die 3 MB groß sind.
- Keine strukturierten Daten: Wer Google keine semantischen Infos liefert, lässt Chancen auf Featured Snippets, FAQs & Co. liegen.
- Zero technisches SEO : Hübsch designt reicht nicht. Wer auf Design setzt, aber keine Title-Strategie, keine Canonicals, kein sauberes Menü-Konzept oder technische Wartung mitdenkt, riskiert schleichende Sichtbarkeitsverluste.
Ein Beispiel aus der Praxis – technisch solide sieht anders aus
Vor einiger Zeit habe ich mir eine Website aus dem YMYL-Bereich angesehen – also einem sensiblen Themenfeld, bei dem Vertrauen und Qualität besonders zählen.
Fachlich war das Projekt stark: mit gutem Wording, klarer Struktur und hochwertigen Artikeln. Auf den ersten Blick wirkte alles professionell – doch unter der Haube zeigte sich ein anderes Bild.
Die Seite war mit Plugins überfrachtet, von denen sich einige gegenseitig blockierten. Andere verursachten erhebliche Ladezeiten – vor allem mobil war die Performance schlicht nicht mehr zeitgemäß. Ein besonders heikler Punkt waren die Formulare: Einige funktionierten nur teilweise, andere reagierten so langsam, dass sie faktisch nicht mehr nutzbar waren – und das bei einem Projekt, das stark auf Nutzerinteraktion und Leads ausgelegt war. Der eingesetzte Pagebuilder war optisch in Ordnung, bremste das System aber zusätzlich aus – vor allem im Zusammenspiel mit dem Theme und mehreren nicht optimierten Add-ons.
Besonders kritisch: WordPress generierte zahllose URLs, die faktisch gar nicht existierten – etwa leere Paginierungen, alte Anhangsseiten oder kryptische Systempfade. Obwohl die Canonical-Tags korrekt gesetzt waren, wurden diese Phantom-URLs von Google trotzdem indexiert – was zu Duplicate Content und Crawling-Wildwuchs führte.
Dazu kam eine fehlerhafte RankMath-Konfiguration: Hunderte Seiten fehlten in der Sitemap. Google wusste schlicht nicht, was es ernst nehmen sollte – und was nicht. Die Folge: ein Sichtbarkeitsverlust von rund 40 % innerhalb weniger Wochen. Nicht wegen schlechter Inhalte. Sondern, weil die Technik das Vertrauen verspielt hat. Und wie so oft kam die Erkenntnis zu spät: Als die Rankings fielen, war der Schaden längst passiert.
Fazit
Texte, Struktur, Keywords, Storytelling – alles wichtig. Aber sie funktionieren nur, wenn die technische Basis stimmt. Google schaut längst nicht mehr nur auf das, was du schreibst. Sondern auf das, was du lieferst. Und wenn deine Seite instabil ist, fehlerhaft lädt, in sich widersprüchlich indexiert ist oder unnötigen Datenmüll produziert, dann wirst du über kurz oder lang abgestraft – ganz besonders bei Themen, bei denen es auf Vertrauen ankommt.
Warum straft Google technisch fehlerhafte Seiten jetzt stärker ab?
Weil Google Nutzer:innen eine zuverlässige, sichere und nutzbare Web-Erfahrung bieten will – besonders bei sensiblen Themen wie Finanzen, Gesundheit oder Recht. Technische Probleme wie schlechte Ladezeiten, fehlerhafte Indexierung oder kaputte Formulare wirken sich direkt auf die User Experience aus – und damit auch auf das Ranking. Wer hier schludert, verliert Vertrauen – bei Nutzer:innen und bei Google.
Welche Technikfehler sind besonders kritisch für die Sichtbarkeit?
Klassiker wie fehlende Indexierungsstrategie, kaputte Weiterleitungen oder Slug-Chaos sind für Google ein Warnsignal. Aber auch unsichtbare Fehler wie ungenutzte strukturierte Daten, langsame Pagebuilder-Themes oder falsche Canonicals können zur Abwertung führen. Entscheidend ist: Google muss deine Inhalte technisch zuverlässig crawlen, verstehen und bewerten können – sonst sinkt deine Sichtbarkeit, selbst bei gutem Content.
Reicht guter Content nicht mehr aus, um bei Google zu ranken?
Nein – nicht mehr. Hochwertiger Content ist Voraussetzung, aber keine Garantie. Ohne technische Basis (z. B. saubere URL-Struktur, funktionierende Formulare, Ladezeit-Optimierung) verliert selbst der beste Text an Wert. Gerade bei YMYL-Themen erwartet Google eine stabile, vertrauenswürdige Infrastruktur – sonst wirst du im Zweifel durch das Core-Update abgestraft.



