Ohne Priorisierung passiert Folgendes: Wir produzieren, was gerade laut ist – und lassen liegen, was Hebel hat. Das sorgt für Streuverluste: nette Beiträge, wenig Ergebnisse. Priorisierung heißt nicht, Kreativität abzuwürgen. Priorisierung heißt, die richtigen Ideen zur richtigen Zeit mit genug Qualität umzusetzen. Mein Grundprinzip: Ideen sind wertvoll, aber Reihenfolge schlägt Fülle.
Bevor ich Punkte verteile, ordne ich jedes Thema kurz ein:
- Zielgruppe & Suchintention: Für wen ist das? Was will die Person jetzt?
- Funnel-Stufe: Awareness, Consideration, Decision, Retention?
- Business-Ziel: Reichweite, Leads, Sales, Proof/Trust?
- Unfair Advantage: Habe ich Daten, Cases, Stimmen, die andere nicht haben?
Das dauert pro Thema zwei Minuten, sorgt aber dafür, dass du nicht „Äpfel mit Birnen“ vergleichst.
Ich arbeite mit einem einfachen 1-bis-5-System und Gewichten. Du kannst das in Excel/Notion in fünf Minuten anlegen.
- Business-Fit (×30 %) – zahlt der Inhalt auf Umsatz/Lead-Ziele ein?
- Search Opportunity (×25 %) – realistische Chance auf Traffic (Volumen + Wettbewerb + SERP-Typ)?
- Conversion-Nähe (×20 %) – gibt’s klare nächste Schritte (CTA, Demo, Angebot, Checkliste)?
- Differenzierung/EEAT (×15 %) – können wir sichtbar besser/anders sein (Daten, Expertise, Cases)?
- Distribution-Vorteil (×10 %) – habe ich Kanäle/Partner, die Reichweite garantieren?
Aufwand bewerte ich separat (1–5, 5 = sehr aufwändig).
Prioritäts-Score = (Impact-Summe) ÷ Aufwand.
Beispiel (drei Themen):
B = Business-Fit, S = Search, C = Conversion, D = Differenzierung, K = Kanäle, A = Aufwand
Thema A – „Ultimativer Leitfaden (Evergreen)“
B5, S4, C3, D4, K3 → 5×30 + 4×25 + 3×20 + 4×15 + 3×10 = 400; A=5 → 80
Thema B – „Vergleich X vs. Y (Decision)“
B4, S3, C5, D3, K4 → 4×30 + 3×25 + 5×20 + 3×15 + 4×10 = 380; A=3 → 127
Thema C – „Aktuelle News/Trend“
B3, S5, C2, D2, K5 → 3×30 + 5×25 + 2×20 + 2×15 + 5×10 = 335; A=2 → 168
Rein rechnerisch gewinnt C. Aber: Trends verfliegen. Ich multipliziere News mit einem Halbwert-Faktor (z. B. 0,6). → 168 × 0,6 = 101.
Ergebnis: B vor C vor A. Portfolio-Denken bleibt Pflicht: ein schneller Trend, ein conversion-naher Vergleich, ein Evergreen für die Basis.
Tipp: Max. 5 Kriterien. Alles darüber macht die Methode schwerfällig und führt zu Schein-Genauigkeit.